Donnerstag, 03 August 2017 06:01

Die Leviros - Eine außergewöhnliche Familie, die sich vom Staat abmeldet, um ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen | Teil 1

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familie leviro 1Sie haben sich vom Staat abgemeldet, reisen um die Welt und leben von ihrem Online-Unternehmen. Die Familie Leviro hat sich entschieden, ein freies, selbstbestimmtes Leben, fern von Konventionen, dafür voller Glück und purer Freude zu führen. In einer authentischen, mehrteiligen Artikelserie begleiten wir sie auf ihrem Weg zu einem Alltag wahrer Lebenskunst und erfahren die Hintergründe und die Geheimnisse ihres außergewöhnlichen Lebensstils.

Einleitung

Die ganze Familie, einander fest umschlungen, stand in einem der Kinderzimmer. Tränen flossen über die Wangen unserer drei Kinder, nachdem Levin, unser zweitältester Sohn, erklärte, weshalb er traurig sei. „Ich habe hier so viele Freunde und ich vermisse sie jetzt schon!“

Wir, selbst mit großen Zweifeln erfüllt, versuchten ihn zu trösten und erklärten, dass noch etwas viel Wertvolleres und Schöneres auf ihn warten würde. Wie überzeugt wir klangen, können wir heute nicht mehr sagen. Es ist möglich, dass unsere zitternden Stimmen erst alles bei unseren zwei anderen Kindern, Jamiro und Lia, hochkommen ließen, da sie daraufhin genauso in Tränen ausbrachen.

Zuletzt blieben selbst uns die Worte im Hals stecken und wir umarmten uns alle noch einmal. Lange blieben wir noch so im Zimmer stehen, bis wir wenige Stunden später den Schlüssel unseres Einfamilienhauses wieder in die Hände des Besitzers gaben. Mit der Gewissheit, dass wir niemals mehr einen Fuß in unser, auf eine Art liebgewonnenes, Haus setzen werden. Daraufhin stiegen wir ins Auto und fuhren die Straße entlang ins Unbekannte. Die Kinder werden zwar nicht mehr in die Schule gehen müssen, lassen hier jedoch Erlebnisse und dicke Freundschaften zurück.

Reißen wir bei ihnen Wurzeln aus, was tiefe Kerben in ihren Herzen hinterlassen wird? Was haben wir uns bloß dabei gedacht? Um umzukehren ist es jetzt allerdings definitiv zu spät.

Wie alles begann

familie leviro 2Seit wir vor einigen Jahren in unser damals neues Zuhause gezogen waren, hielten uns die Vorstellungen eines Bilderbuchlebens auf Kurs. Die Bedingungen, wie das große Haus, mit der traumhaften Aussicht und einem eigenen Garten, einer weiten Wiese und dem schönen Quartier mit den vielen spielenden Kindern im ähnlichen Alter wie das der unseren, schienen für uns ideal. Wir haben es genossen, in ein schmuckes Einfamilienhaus zu ziehen und dem Bild einer konventionellen Schweizer Familie zu entsprechen. Gleichzeitig hatten wir natürlich auch hohe Ausgaben, welche wir mit mehr Arbeit wieder ausgleichen wollten – was nie wirklich aufging, da es immer schwieriger wurde, all die Rechnungen bezahlen zu können. Wir hatten ein Unternehmen zu leiten, welches sich noch im großen Aufbau befand und darüber hinaus mussten wir einem Bürojob im Angestelltenverhältnis nachgehen. Unsere Kinder wollten wir auch früher nicht in eine Fremdbetreuung schicken, so achteten wir darauf, dass immer einer von uns auf die Kinder aufpassen konnte, wodurch wir Eltern uns kaum noch zu Gesicht bekamen. Die kurzen Wochenenden waren vollbepackt mit Familienbesuchen oder Treffen mit alten und neuen Bekanntschaften aus dem Quartier. Alles, um diesen verzerrten Traum eines wunderschönen Familienlebens, geprägt von Sicherheiten, Stress und gesellschaftlichen Normen und Tabus, aufrecht zu erhalten.

Die zwei älteren der drei Geschwister gingen weinend in die Schule und in den Kindergarten. Wir Eltern sahen damals noch keinen anderen Weg und erklärten, dass man nun mal in die Schule gehen muss! Bis wir einige Wochen darauf, durch Zufall, auf ein spannendes Interview stießen: Ein Familienvater erzählt, wie er seine eigene Kindheit ohne Schule erlebte und heute ein erfolgreiches und glückliches Leben führt. Dass er fließend fünf Sprachen konnte, die er sich nach und nach aus freiem Willen aneignete, erwähnte er nur so nebenbei.

Nachdem wir uns näher damit beschäftigt hatten, bemerkten wir, wie stark die Idee in uns entflammte, den Kindern freie Bildung und somit eine gesunde und natürliche Entwicklung zu ermöglichen. Uns ging ein erstes Licht auf, wir recherchierten und erkundigten uns bei der örtlichen Schulbehörde, wie die Rechte hierzulande sind. Eine strikte Erläuterung des Bildungsdepartements, dass wir niemals freie Bildung ausüben können, wies uns jedoch in die Schranken, was sich für uns wie eine schallende Ohrfeige anfühlte. In uns erlosch der Funke, eine Alternative für unser gewohntes Leben gefunden zu haben. So gingen wir weiter unseren Alltagsverpflichtungen nach.

Einschlägige Zeichen

Wenige Monate nach dem Einzug ins Einfamilienhaus erkrankte Marlen. Eine erst harmlose Mandelentzündung entwickelte sich zu einer komplizierten Krankheit. Oft kamen beim Vater und den Kindern die Zweifel auf, ob ihre Frau und Mutter auch wieder gesund nach Hause kommt. Nach einer schwierigen Operation war Marlen gezwungen, über 2 Monate lang täglich starke Antibiotika zu sich zu nehmen, was sie zunehmend schwächte. Zu Beginn dieser schwierigen Geschichte brach sich die Kleinste, Lia, damals 10 Monate alt, auch noch den Finger und verletzte dabei eine Sehne, welche operiert werden musste. Besonders für Lia und die Mutter war es eine sehr schmerzvolle Zeit, denn gerade jetzt, wo sie sich einander besonders brauchten, durfte unsere Kleine, aufgrund der Medikamente, die Marlen zu sich nehmen musste, nicht mehr gestillt werden. Nächtelang schrie sich unsere Lia in den Schlaf.

Nach etlichen Monaten schien alles wieder seinen gewohnten Lauf zu nehmen. Bis zu dem Tag, als sich unser ältester Sohn, Jamiro, eine Lungenentzündung einholte, von der er sich nicht zu erholen schien. Über einen Monat lang suchten Ärzte nach einer Erklärung, verschrieben sicherheitshalber Antibiotika und hegten gegen Ende den Verdacht auf … Leukämie. Der bedeutende Kehrgedanke in unserem Leben lag darin, dass wir nach Marlen nun nicht auch noch unserem Sohn zahlreiche Medikamente verabreichen wollten. Denn bereits als Baby war er gezwungen, innerhalb weniger Monate dreimal Antibiotika wegen einfacher Entzündungen zu nehmen. Hier ist Schluss, sagten wir uns und wir begannen zu begreifen, dass wir die Verantwortung für die Gesundheit unserer Familie nicht auf fremde Personen und deren chemischen Arzneien abschieben dürfen.

Die Angst war groß, gerade im heftigsten Sturm unseres Lebens das Ruder zu übernehmen und nicht weiter auf die Unterstützung der Schulmedizin zu setzen. Womöglich am tiefsten Punkt unseres Lebens angelangt, ergriff uns jedoch die Einsicht, nicht länger abhängig von einem fremdbestimmten Leben sein zu wollen und unserer Intuition voll und ganz zu vertrauen. So bauten wir auf unseren Instinkt, einen genialen Homöopathen und eine vertrauenswürdige Naturheilärztin. Noch wochenlang kämpften wir gemeinsam, entgegen unseren Ängsten, um das Leben unseres Jungen. Immer wieder schwankten wir zwischen den Zweifeln, ob wir das Richtige tun und der starken Überzeugung, dass wir unserem Sohn von Grund auf helfen und nicht bloß die Symptome oberflächlich bekämpfen wollen. Bis eines Tages eine einschlägige, homöopathische Arznei gefunden wurde und Jamiro, wie durch Zauberhand, innerhalb weniger Stunden aufblühte. Bereits am Tag darauf wirkte er wieder kerngesund und es zeigten sich lediglich die Spuren dieser langwierigen Prozedur, welche seinen jungen Körper stark geschwächt hatten.

In den Tiefen unserer Ängste verbarg sich eine Kraft, die uns zu entscheidenden neuen Ansichten führte und voller Hoffnung haben wir den Kampf gegen unsere Kleinmütigkeit gewonnen. An diesem Tag haben wir gelernt, dass es eben oft mehr braucht, als den bloßen Wunsch, etwas ändern zu wollen. Wir mussten unsere Vorhaben umsetzen und ein tiefes Vertrauen in sie und in das Leben gewinnen. Seitdem bauten wir mehr und mehr auf unsere Intuition, nahmen die Zügel unseres Lebens in die Hand und veränderten Schritt für Schritt unsere Lebenseinstellung, unsere Denkmuster und somit das gesamte Leben um uns herum.

Die Einsicht

Wir erkannten, wie sehr wir uns in diesem konventionellen Leben verrannt hatten: Kaum Zeit für unsere Kinder, eine Arbeit, die uns nicht erfüllt und finanziell immer am Nullpunkt. Unentwegt mussten wir die weinenden Kinder motivieren, in die Schule und den Kindergarten zu gehen, wobei wir doch selbst nicht wirklich dahinterstehen konnten.

Erneut machten wir uns auf die Suche nach Möglichkeiten, die Kinder nicht in dieses Bildungssystem schicken zu müssen, um ihnen eine freie Entwicklung ermöglichen zu können. Schnell wurde klar, dass nur ein Wegzug aus unserer Lage helfen würde. Trotz der schwierigen Umstände, oder eben gerade deswegen, dass wir Eltern kaum Zeit für unsere Kinder fanden, bauten sie sich im Quartier enge Freundschaften auf. Sie hier rauszureißen war keine einfache Entscheidung und doch wussten wir, dass wir uns in einer Sackgasse befanden und dass es sein muss, um eine Veränderung dieser Situation herbeizuführen und endlich unser langersehntes Leben in Freiheit beginnen können.

familie leviro 3Nach längerer Suche fanden wir die Lösung, in einen anderen Landesteil zu ziehen, wo Bildung zu Hause erlaubt war. Mit unseren Kindern sprachen wir über viele Wochen, gar Monate hinweg über dieses Thema. Sie waren einverstanden und freuten sich, an einen neuen Ort zu ziehen und nicht mehr in die Schule gehen zu müssen. So kündigten wir unser Einfamilienhaus und ich meinen Job, meldeten uns bei der aktuellen Schulbehörde ab und informierten unsere Familie und Bekannten. Bei den Nachbarn stießen wir auf Unverständnis, da sich doch alle so toll eingelebt hätten und die gesamte Rasselbande des Quartiers zu einem richtigen Team zusammengewachsen war. Dies kam auch unseren Kindern zu Ohren und als sie sich von den anderen verabschiedeten, die ihnen noch erklärten, wie schwierig es sei, neue Freunde zu finden, wurde ihnen erst bewusst, was dieser Umzug für sie bedeutete. Aufgrund dessen, dass wir damals, aus unserer Sicht, noch viel zu wenig Zeit mit ihnen verbringen konnten und die vollumfängliche Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit und ausführlichen Gespräche fehlten, verloren unsere Sprösslinge nun auch noch den einzigen Halm, an dem sie sich festhalten konnten – ihre Freunde! Bittere Tränen flossen und nach dem nun bereits beschlossenen Plan, unser Vorhaben durchzuziehen, fragten wir uns, am Ende angelangt, was das Ganze eigentlich soll!? Nebst der ohnehin schon hämmernden Existenzangst, kamen nun auch die ersten ernsthaften Zweifel auf: Wohin führt das alles? … Verbauen wir die Zukunft unserer ganzen Familie? … Werden unsere Kinder Außenseiter und unglücklich? ... Verlieren wir den Bezug zur Realität? ...

Der freie Fall fühlte sich so beängstigend und zugleich auch irgendwie gut an, denn wir wussten ebenso: Es gibt kein Zurück! So rafften wir uns auf, gleich den früheren Seefahrern, die voller Abenteuergeist und Mut ins Unbekannte segelten. An Bord unseres Schiffes mit dem Namen „Vertrauen“ waren allein wir Eltern mit unseren drei Kindern. Den sicheren Hafen bereits verlassen, segelten wir hinaus in die Ferne und sahen am Horizont dicke, schwarze Wolken aufziehen. Was wohl noch alles auf uns zukommen wird?

Im zweiten Teil erfahren Sie, mit welchen Hürden sich die Familie auf den Weg in ein Leben voller Glück und wahrer Freiheit auseinanderzusetzen hat, was sie dazu bewegt, auch ihr neues Zuhause aufzugeben, mit den drei Kindern auf nur 10m2 Wohnfläche zu leben und wie sie auf ihrer Reise, bis in die Wüste Sahara, zu neuen Erkenntnissen fand.

++ Fortsetzung folgt ++

Weitere Informationen

  • Bildquelle(n): Manuel Leviro
  • Textquelle(n): Manuel Leviro
Letzte Änderung am Sonntag, 10 September 2017 15:36
Volker Buchwald

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